Tribologie-Kompetenzzentrum erhält neuen Schmierfett-Prüfstand

Mitte August überreichten Raimund Stockhammer und Jürgen Kreutzkämper von der Firma SKF Lubrication Systems Germany GmbH dem Kompetenzzentrum Tribologie einen Prüfstand zur Risikoermittlung der Ölseparation und Fettaushärtung von Schmierfetten.

Mit dem neuen Prüfstand, den Laborleiter Dr. Markus Grebe und Projektmitarbeiter Henrik Buse in Empfang nahmen,  kann untersucht werden, wie sich ein Schmierfett bei der Langzeitlagerung oder in einer Schmieranlage unter der Einwirkung von Druckdifferenzen verhält. Die entscheidende Kenngröße ist die sogenannte Ölseparation. Hierunter versteht man die während der Lagerung und Förderung ungewollte Trennung von Öl und Verdicker unter Einwirken eines Druckes. Man spricht hier auch vom sog. Ausbluten der Schmierfette. Während die Ölabscheidung in den zu schmierenden Lagern erwünscht ist, kann sie und die damit einhergehende die Aushärtung des Schmierfettes zu Funktionsstörungen in der Schmieranlage bis hin zu deren Ausfall führen.

Zur Ermittlung des Risikos der Aushärtung wurde bei SKF auf Basis des „VOGEL-Marawe Tests“ der SKF FTG 2 Test entwickelt. Mit ihm kann die Aushärteneigung eines Schmierfetts unter Druck im Labor vergleichend ermittelt werden. Der Test wird standardmäßig bei 25 °C, 30 °C, 40 °C und 50 °C durchgeführt. Bei den zur Bewertung der Messergebnisse zum Ansatz gebrachten Grenzwerten handelt es sich um Erfahrungswerte. Die Ergebnisdarstellung erfolgt grafisch. Aus der Grafik lässt sich ablesen, bei welcher Temperatur der Schmierstoff in welche Risikozone einzuordnen ist. Dies ermöglicht so eine Aussage zu dem mit dem Einsatz des Schmierfettes verbundenen Restrisikos der Schmierstoffaushärtung und liefert so eine objektive Bewertungsgrundlage.
Mit dem Prüfstand ist das Kompetenzzentrum Tribologie in der Lage, die Ölabscheidung von Schmierfetten unter der Einwirkung einer Druckdifferenz im genannten Temperaturbereich mittels der aktuell modernsten Methode zu ermitteln. Das Gerät stärkt somit die Forschungskompetenz und den Technologietransfer. Der neue Prüfstand wird direkt für einen aktuellen DGMK-Forschungsantrag eingeplant.


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